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Welchen Einfluss hat die Coronapandemie auf die Periode?

Die Coronapandemie hat unseren Alltag auf den Kopf gestellt und wird uns wohl noch eine Weile beschäftigen. Immer wieder ein neuer Lockdown und dazu die vielen Einschränkungen im Alltag: Das geht an kaum jemandem spurlos vorbei. Die Folgen machen sich nicht nur in Einbußen des allgemeinen Wohlbefindens bemerkbar, auch die Menstruation kann davon beeinflusst werden.

Pandemie beeinflusst Menstruation

Vielleicht haben auch Sie bei sich selbst bemerkt, dass sich im Laufe der Pandemie irgendetwas verändert hat an Ihrem Zyklus oder Ihrer Periode. Aber ist das nur ein Gefühl oder ist da wirklich etwas dran? Noch ist die Studienlage zu pandemiebedingten Zyklusveränderungen sehr dünn. Ein paar erste Untersuchungen gibt es jedoch bereits. Sowohl zu möglichen Veränderungen der Periode nach einer COVID-19-Erkrankung als auch allgemein bedingt durch die Pandemie. Zum Beispiel haben Forscher der chinesischen University of Science and Technology in Wuhan die Daten von 237 an einer Coronainfektion erkrankten Frauen im gebärfähigen Alter ausgewertet. Davon machten 177 Teilnehmerinnen Angaben zu ihrer Menstruation nach der Infektion. Beobachtet wurden unter anderem Veränderungen in der Blutungsstärke (bei 25 Prozent der Befragten) und der Zykluslänge (bei 28 Prozent der Befragten). Die Gründe dafür konnten allerdings nicht abschließend geklärt werden.

Studie aus Uganda: Stress durch Alltag mit Corona?

Eine weitere Studie stammt aus Uganda. Dort wurden im Juni 2020 insgesamt 54 Frauen zu ihrer Periode befragt. 35 Prozent der Befragten gaben an, Veränderungen in ihrer Periode während der Coronapandemie bemerkt zu haben. Dazu gehörten unter anderem stärkere Regelschmerzen (39 Prozent) und ein unregelmäßiger Zyklus (33 Prozent). 18 Prozent der Befragten gab an, dass sich die Blutungsstärke verändert habe. Eine mögliche Erklärung könnten Stress und Sorgen sein, die durch den Alltag in der Pandemie ausgelöst werden. Sie bringen möglicherweise den Hormonhaushalt durcheinander, was sich auch auf den Zyklus und die Periode auswirken kann.

Was passiert bei Stress im Körper?

Stress ist eine natürliche Körperreaktion und in bestimmten Situationen sogar gut für uns, denn er hilft uns, Belastungssituationen zu bewältigen. Sind wir gestresst, werden im Körper die Hormone Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol freigesetzt. Auf diese Weise wird der Organismus entweder in einen „Angriffsmodus“ oder einen „Fluchtmodus“ versetzt: Blutzuckerspiegel und Blutdruck steigen an, alle Sinne sind aktiviert. Jetzt sind wir in der Lage, Höchstleistungen zu bringen.

Dauerstress bringt Hormone aus dem Takt

Diese maximale Anspannung lässt sich auf Dauer nicht ohne negative Folgen aufrechterhalten. Wird aus kurzfristigem Stress eine Dauerbelastung ohne ausreichende Erholung, führt das irgendwann zur Überlastung des Organismus. Sind Cortisol- und Adrenalinspiegel dauerhaft erhöht, drohen Schlafstörungen und Depressionen. Körperliche Folgen können Bluthochdruck und sogar das Entstehen von Krebserkrankungen sein. Auch andere Hormonsysteme im Körper werden dadurch beeinflusst. Darunter fällt die Produktion der Geschlechtshormone Östrogen und Testosteron, die durch Stress gehemmt wird. Bei Frauen kann das Zyklusstörungen verursachen, den Eisprung beeinträchtigen und zum Ausbleiben der Periode führen. Aber auch eine verstärkte Blutung bis hin zu einer sehr starken und langen Regelblutung (Menorrhagie) kann die Folge von Stress sein.

Deutschland: Psychische Belastungen haben zugenommen

Noch ist nicht klar, inwiefern sich die Ergebnisse der wenigen Studien aus dem Ausland auf deutsche Frauen übertragen lassen. Was wir allerdings schon wissen: Auch hierzulande hat die Coronapandemie besonders hohe psychische Belastungen hervorgerufen und zu einer Zunahme von Stress geführt. Das ergab zum Beispiel die NAKO Gesundheitsstudie aus dem Jahr 2020.

Die NAKO Gesundheitsstudie ist Deutschlands größtes Forschungsprojekt zur Gesundheit der Allgemeinbevölkerung. Von den 200.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern haben fast 114.000 Menschen von Ende April bis Ende Mai 2020 einen gesonderten Fragebogen zur Coronapandemie beantwortet und Auskunft über ihren Gesundheitszustand, über mögliche Erfahrungen mit COVID-19-Krankheitssymptomen, über Sozialkontakte und mögliche psychosoziale Auswirkungen der verhängten Einschränkungen gegeben. Bei den Befragten gaben unter 60-Jährige – und in dieser Altersgruppe vor allem Frauen – an, im Corona-Lockdown im Frühling 2020 häufiger Symptome von Angst und Depressionen verspürt zu haben. Weitere Untersuchungen zum Thema Corona und Stress werden bestimmt folgen. Aber was können wir tun, um uns besser zu fühlen?

Was hilft gegen Stress?

Unabhängig von den Ursachen, durch die Stress ausgelöst wird, gibt es verschiedene Möglichkeiten, ihn im Alltag zu minimieren und durch gezielte Entspannung für einen Ausgleich zu sorgen. Auf der Website www.infektionsschutz.de der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gibt es konkrete Empfehlungen, wie wir während der Coronapandemie etwas für die psychische Gesundheit tun können. Dazu gehört unter anderem, den Tag auch im Homeoffice oder Homeschooling zu strukturieren, Kontakte trotz Abstand zu pflegen (beispielsweise über Telefon oder soziale Medien), sich gut und seriös zu informieren und für sich selbst zu sorgen.

Was kann ich mir noch Gutes tun?

Wie diese Selbstfürsorge aussieht, muss jeder für sich selbst entscheiden. Das können ausreichend Pausen sein, in denen Sie einfach mal durchatmen, oder der gezielte Einsatz von Entspannungstechniken wie Yoga oder autogenes Training. In unserem Blogbeitrag „Mit Achtsamkeit entspannt durch die Periode“ finden Sie weitere Tipps und Anregungen zur Stressbewältigung.