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Lesedauer: 3 Minuten

Hat die Corona-Impfung Einfluss auf den Menstruationszyklus?

Seit Beginn der Corona-Schutzimpfungen gibt es immer wieder Berichte von Frauen, die angeben, die Impfung habe bei ihnen zu Unregelmäßigkeiten im Zyklus geführt. Vor allem in den sozialen Medien zeigen sich Frauen besorgt, ob sich das nachhaltig auf ihren Zyklus auswirken könnte. Ist das nur ein Bauchgefühl oder steckt wirklich etwas dahinter? Die Beobachtungen des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) und eine US-amerikanische Studie liefern erste Erkenntnisse.

Unregelmäßigkeiten im Zyklus beobachtet

In Deutschland ist das Paul-Ehrlich-Institut für die Überwachung der Sicherheit der COVID-19-Impfstoffe verantwortlich. Im aktuellen Sicherheitsbericht des PEI, in dem auch beobachtete Nebenwirkungen festgehalten werden, finden sich Meldungen über Auffälligkeiten im Menstruationszyklus. Darunter waren unter anderem Zwischenblutungen, eine verstärkte oder ausbleibende Menstruation und andere Zyklus-Unregelmäßigkeiten. Das Institut bewertet die Anzahl dieser Meldungen allerdings als „nicht ungewöhnlich hoch“. Bei dieser Bewertung berücksichtigt wurden die Anzahl geimpfter Frauen in den relevanten Altersgruppen sowie die Häufigkeit von Zyklusstörungen im Allgemeinen. Dabei sei jedoch davon auszugehen, dass nicht alle Frauen, die nach der Impfung unter (vor allem vorübergehenden) Zyklusstörungen litten, diese auch gemeldet haben. Eine abschließende Bewertung, ob die Corona-Impfung Einfluss auf den Zyklus hat, könne es daher noch nicht geben. Dazu wird aktuell noch geforscht.

Erste Erkenntnisse über einen Zusammenhang zwischen Unregelmäßigkeiten im Zyklus und der Corona-Schutzimpfung liegen jedoch aus den USA vor.

Corona-Impfung und Zyklus: Studiendaten aus den USA

In einer Studie wurden zwischen Oktober 2020 und September 2021 die Daten von 3.959 Frauen zwischen 18 und 45 Jahren erhoben und miteinander verglichen. Die Frauen hatte die Angaben zum Verlauf ihrer Regelblutung in einer Zyklus-App zur Verfügung gestellt. Von den Teilnehmerinnen waren 2.403 geimpft und 1.556 nicht geimpft. Die verwendeten Impfstoffe waren von Biontech/Pfizer (55 Prozent), Moderna (35 Prozent) und Johnson & Johnson (7 Prozent). Die Forschenden analysierten die Daten von je sechs Menstruationszyklen. Bei der geimpften Gruppe waren es je drei Zyklen vor und drei nach der ersten Impfung.

Zyklusschwankungen: leicht und vorübergehend

Die Ergebnisse: Bei den ungeimpften Teilnehmerinnen wurden keine signifikanten Zyklusveränderungen beobachtet. Bei den Geimpften kam es zu leichten Verschiebungen des Zyklus von durchschnittlich weniger als einem Tag. Unter den geimpften Teilnehmerinnen befanden sich 358 Frauen, die beide Impfdosen innerhalb eines Monatszyklus erhalten hatten. Bei ihnen setzte die Periode durchschnittlich mehr als zwei Tage später ein als in den vorhergehenden Zyklen. Bei zehn Prozent von ihnen verschob sich der Zyklus um mehr als acht Tage. Zwar können diese Ergebnisse für die einzelne Frau als besorgniserregend empfunden werden. Allerdings hatten sich die Störungen bei allen Teilnehmerinnen nach Ende der sechs Beobachtungszyklen wieder eingependelt, sodass der Impfstatus hier keinen Unterschied mehr machte. Die Art des Impfstoffs spielte dabei keine Rolle. Auch bei der Menstruationslänge gab es in beiden Gruppen keine relevanten Veränderungen.

Zyklusstörungen: Stress als mögliche Ursache

Die Forschenden geben also Entwarnung und können mit diesen Ergebnissen hoffentlich vielen Frauen die Sorge nehmen. Aber warum kam es überhaupt zu Veränderungen im Zyklus der Teilnehmerinnen? Und was ist mit den vielen Frauen abseits der Studie, die nach der Impfung über Zyklusstörungen berichteten? Ein Grund dafür könnte laut dem Bundesministerium für Gesundheit die Immunreaktion sein, die durch eine Impfung im Körper ausgelöst wird. Impfreaktionen wie Fieber, Müdigkeit oder Muskelschmerzen bedeuten Stress für den Körper – welcher ein häufiger Auslöser für Zyklusstörungen ist. Außerdem regt eine Impfung das Immunsystem an, Signalstoffe auszuschütten. Diese dienen dazu, im gesamten Körper Immunzellen zu aktivieren. Auch in der Gebärmutterschleimhaut sind Immunzellen enthalten. Deren Stimulation könnte mögliche Unregelmäßigkeiten im Zyklus auslösen.

Ist meine Periode normal?

Generell ist es eine sinnvolle Maßnahme, wenn Frauen ihren Zyklus im Auge behalten. So lässt sich nicht nur der Alltag um die Periode besser planen. Bei der Zyklusdokumentation handelt es sich auch um eine Form der Gesundheitsvorsorge. Denn so können Sie Veränderungen, zum Beispiel in der Zykluslänge sowie in der Blutungsstärke oder -dauer, rechtzeitig erkennen und – falls nötig – ärztlich abklären lassen.

Falls Sie sich nicht sicher sind, ob Ihre Regelblutung normal oder bereits ungewöhnlich stark ist, gelangen Sie mithilfe unseres Selbst-Checks zu einer ersten Einschätzung.

Hier geht zum Selbst-Check: Ist meine Periode noch normal?

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