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Gebärmutterentfernung: starke Regeblutungen lindern

Für wen kommt der Eingriff infrage?

Die Entfernung der Gebärmutter gehört in Deutschland zu den häufigsten Operationen in der Gynäkologie. Sie ist jedoch nicht immer nötig und gilt daher unter Experten häufig als letzte Behandlungsoption. Eine Hysterektomie wird dann durchgeführt, wenn bestimmte Erkrankungen vorliegen, die eine alternative Behandlungsmethode unmöglich machen. Auch das Alter der Patientin kann eine Rolle spielen. Zum Beispiel, wenn die Familienplanung noch nicht abgeschlossen ist. Außerdem ist es möglich, dass sich manche Beschwerden in den Wechseljahren von allein bessern. Dann kann es sinnvoll sein, die Menopause abzuwarten, bevor eine Entscheidung getroffen wird.1

Was sind mögliche Gründe für eine Gebärmutterentfernung?

Zu den häufigsten Gründen für eine Gebärmutterentfernung zählen zum Beispiel:

Endometriose

Die Endometriose ist eine chronische Erkrankung, bei der Gewebe der Gebärmutterschleimhaut auch außerhalb der Gebärmutter im Bauch- und Beckenraum wuchert. Die gutartigen Endometriosewucherungen können in tieferen Wandschichten der Gebärmutter auftreten, aber auch außerhalb oder an ganz anderen Organen wie den Eierstöcken. Das kann unbemerkt bleiben, je nach Lage der Endometrioseherde aber auch starke Schmerzen verursachen. Ist das der Fall, ist die Gebärmutterentfernung bei Endometriose eine Behandlungsoption.

Tumore in der Gebärmutter

In der Gebärmutter kann es zu Zellveränderungen kommen. In seltenen Fällen können in der Folge bösartige Tumore entstehen. Sie können im Gebärmutterkörper, am Gebärmutterhals oder an den Eierstöcken vorkommen. Bei Krebs ist die Gebärmutterentfernung häufig unvermeidbar.

Myome

Myome sind gutartige Geschwulste in oder an der Gebärmutter. Ein Myom muss nicht unbedingt Beschwerden verursachen. In der Regel sind die Geschwulste klein und bleiben unbemerkt. Treten Myome in großer Zahl auf oder liegen sie an einer ungünstigen Stelle, können Schmerzen bei der Menstruation oder starke Regelblutungen die Folge sein. Die Hysterektomie ist dann eine Behandlungsoption.

Scheidensenkung oder Gebärmuttersenkung

Bindegewebe und Muskeln sorgen dafür, dass die Organe im Inneren unseres Körpers an ihrem Platz bleiben. Ist bei einer Frau das Bindegewebe im Beckenboden geschwächt, zum Beispiel nach einer Geburt, kann es passieren, dass Scheide oder Gebärmutter tiefer in den Beckenraum absinken. Auch eine Blasensenkung oder die Absenkung des Mastdarms sind möglich. Sinken die Organe so weit ab, dass sich die Scheide durch die Scheidenöffnung stülpt oder die Gebärmutter aus der Scheide austritt, kann dies eine Hysterektomie notwendig machen.

Risiken und Nebenwirkungen: Gebärmutterentfernung − ja oder nein?

Die Hysterektomie ist ein schwerer Eingriff mit möglichen Risiken und Nebenwirkungen. Die Operation kann vielfältige Auswirkungen auf den Körper und die Psyche einer Frau haben. Daher sollten die Vor- und Nachteile zuvor gründlich gegeneinander abgewogen werden. Die endgültige Entscheidung, ob es ratsam ist, die Gebärmutter entfernen zu lassen, trifft die Patientin letztendlich gemeinsam mit dem Arzt oder der Ärztin.

Was sind die Vorteile einer Gebärmutterentfernung?

Nach der Operation können Sie Ihre Periode nicht mehr bekommen. Starke Regelblutungen gehören somit der Vergangenheit an. Allerdings: Auch im Gebärmutterhals befindet sich Gebärmutterschleimhaut. Wird der Gebärmutterhals nicht mit entfernt, besteht die Möglichkeit, dass Sie zum Zeitpunkt Ihrer Periode weiterhin etwas Blut verlieren.

Da Sie nach der Gebärmutterentfernung nicht mehr schwanger werden können, müssen Sie sich über Verhütung keine Gedanken mehr machen.

Eine Hysterektomie kann das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen senken, zum Beispiel, wenn bei dem Eingriff auch die Eierstöcke und der Gebärmutterhals entfernt werden.

Was sind die Nachteile einer Gebärmutterentfernung?

Eine Gebärmutterentfernung ist ein endgültiger Eingriff – also nicht umkehrbar. Deshalb wird der Arzt oder die Ärztin sie nur dann empfehlen, wenn keine Behandlungsalternative infrage kommt.

Außerdem ist eine Schwangerschaft nach der Entfernung der Gebärmutter ausgeschlossen. Die Operation eignet sich somit nur für Frauen, die die Familienplanung abgeschlossen haben.

Werden auch die Eierstöcke entfernt, hat das auch hormonelle Auswirkungen. Ihr Hormonhaushalt ändert sich schlagartig und grundlegend. Sie kommen sofort in die Wechseljahre, die mit typischen Symptomen wie Hitzewallungen, vaginaler Trockenheit und Stimmungsschwankungen einhergehen können. Bei einigen Frauen kommt es zu einer Gewichtszunahme.

Wird auch der Gebärmutterhals entfernt, besteht ein geringes Risiko, dass dabei die Harnleiter beschädigt werden.

Wie jeder andere chirurgische Eingriff ist auch die Entfernung der Gebärmutter mit Risiken und Nebenwirkungen verbunden (siehe unten).

Nach der Gebärmutterentfernung: Arbeiten und Sport

Wann eine Patientin nach erfolgreicher Hysterektomie wieder arbeiten oder Sport treiben kann, hängt von der Genesungsdauer ab. Diese kann von Frau zu Frau unterschiedlich sein. Je nach Art und Umfang des Eingriffs kann der Heilungsprozess nach einer Gebärmutterentfernung bis zu sechs Wochen in Anspruch nehmen. Im Zweifelsfall sollte die Patientin ihren Frauenarzt beziehungsweise ihre Frauenärztin um Rat fragen.

Gut zu wissen: Alternative Therapie bei starken Regelblutungen

Ziehen Sie oder Ihr Arzt beziehungsweise Ihre Ärztin eine Entfernung der Gebärmutter aufgrund starker Regelblutungen in Betracht, kann eine Behandlung mit der NovaSure-Methode eine minimalinvasive Alternative für Sie sein. Bei diesem Eingriff wird die Gebärmutterschleimhaut mittels Hochfrequenzenergie verödet. Die Gebärmutter selbst bleibt erhalten.

Welche Formen der Gebärmutterentfernung gibt es?

Die Gebärmutter kann, je nach Krankheitsbild, im Ganzen mit umliegendem Gewebe und Organen oder teilweise entfernt werden. Man unterscheidet drei verschiedene Formen:

Je nach vorliegenden Beschwerden ist eine Teilentfernung (Suprazervikale Hysterektomie) der Gebärmutter möglich. Dabei wird nur der Gebärmutterkörper entfernt. Gebärmutterhals, Eileiter und Eierstöcke bleiben erhalten.

Bei der Totalen Hysterektomie wird die Gebärmutter zusammen mit dem Gebärmutterhals entfernt. Eileiter und Eierstöcke bleiben erhalten.

Bei der Radikalen Hysterektomie werden Gebärmutterkörper, Gebärmutterhals, der angrenzende Abschnitt der Scheide und Teile des Halteapparats entfernt. In manchen Fällen werden auch Eileiter, Eierstöcke und Lymphknoten im Becken entnommen.

Wie läuft die Gebärmutterentfernung ab?

Es gibt mehrere Methoden, die Gebärmutter operativ zu entfernen. Der Eingriff wird unter Vollnarkose vorgenommen. Dafür ist meist eine stationäre Aufnahme im Krankenhaus nötig. Einige Verfahren werden auch ambulant angeboten. Welche Operation infrage kommt und ob diese stationär oder ambulant durchgeführt wird, hängt von der Erkrankung ab sowie von weiteren Faktoren wie zum Beispiel dem allgemeinen Gesundheitszustand, dem Alter und dem Gewicht der Patientin.

  • Vaginale Hysterektomie

Bei dieser Methode werden die Gebärmutter und der Gebärmuttermund durch die Scheide entfernt. Ein Bauchschnitt ist nicht nötig.1 Diese Operationsmethode wird häufig bevorzugt, weil keine sichtbaren Narben bleiben und der Genesungsprozess schneller verläuft als bei anderen Methoden. Sie ist jedoch nicht immer möglich. Eine Voraussetzung ist, dass die Gebärmutter nicht zu groß und die Scheide nicht zu eng ist.

  • Laparoskopische Hysterektomie

Eine laparoskopische Hysterektomie, auch laparoskopisch assistierte Hysterektomie (LAVH) oder Schlüssellochoperation genannt, ist eine Kombination aus Bauchspiegelung und einer vaginalen Hysterektomie. Bei diesem Verfahren werden mehrere kleine Einschnitte im Bauch gemacht. Über diese Einschnitte wird das Endoskop eingeführt. Der Gynäkologe oder die Gynäkologin kann die Operation dann über einen Bildschirm beobachten. Die Gebärmutter wird Stück für Stück über die Scheide entfernt. Das Infektionsrisiko ist geringer als bei der Operationsmethode mit Bauchschnitt und auch die Genesungsdauer ist vergleichsweise kürzer. Der Eingriff hinterlässt nur kleine Narben.

  • Laparoskopische suprazervikale Hysterektomie (LASH)

Auch bei dieser Methode werden eine Bauchspiegelung und mehrere kleine Bauchschnitte gemacht. Die Gebärmutter wird Stück für Stück entfernt, allerdings nicht über die Scheide, sondern durch die Bauchdecke. Der Gebärmutterhals bleibt erhalten.

  • Abdominale Hysterektomie

Bei dieser Methode wird die Gebärmutter über einen Schnitt durch die Bauchdecke, knapp über dem Schambein, entfernt. Dieser horizontale Bauchschnitt hinterlässt eine Narbe. Manchmal muss zusätzlich noch ein vertikaler Schnitt gesetzt werden, wenn beispielsweise die Gebärmutter sehr groß ist oder Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert wurde. Bei dieser Methode ist die Gefahr von Komplikationen am größten und die Genesung dauert am längsten.

Welche Risiken bestehen bei der Hysterektomie?

Die Risiken einer Gebärmutterentfernung hängen unter anderem von der gewählten Operationsmethode ab. Infolge des Eingriffs können zum Beispiel folgende Komplikationen auftreten:

  • Infektionen
  • Blutungen
  • Thrombosen
  • Beschädigungen der Harnwege oder des Darms
  • Beschädigung anderer innerer Organe
  • Narkoserisiken
  • Beckenbodensenkung
  • Depressionen

Wer übernimmt die Kosten für den Eingriff?

Liegen medizinische Gründe vor, die für eine Entfernung der Gebärmutter sprechen, und wird der Eingriff ärztlich empfohlen, so übernehmen die Krankenkassen die Kosten für die Operation.

ADS-03104-DEU-DE Rev.001 (11/2020)